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Ostern · Neues Testament

Das Grab ist leer!

Johannes 20,1–18 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht

Geschichte

Szene 1: Früh am Morgen, noch fast dunkel: Maria aus Magdala geht in ihren Mantel gehüllt durch die stillen Gassen von Jerusalem.

Es war Sonntag. Ganz früh am Morgen. So früh, dass es noch dunkel war und die Vögel gerade erst anfingen, verschlafen zu piepsen.

Maria aus Magdala war schon wach. Eigentlich hatte sie gar nicht geschlafen. Seit Freitag konnte sie nicht mehr schlafen. Sie war so traurig, dass ihr alles wehtat.

Sie zog sich ihren Mantel über und ging hinaus. Durch die stillen Gassen von Jerusalem. Zum Tor hinaus. Zu dem Garten, in dem das Felsengrab war. Das Grab, in das sie Jesus gelegt hatten.

Das Gras war nass vom Tau. Ein kühler Wind wehte. Maria fröstelte.

Und dann blieb sie stehen.

Szene 2: Vor dem Felsengrab ist der große runde Stein zur Seite gerollt, das Grab ist offen; Maria aus Magdala erschrickt.

Der Stein. Der große, schwere, runde Stein, der vor dem Grab gelegen hatte. Er war weggerollt. Zur Seite. Und das Grab war offen. Ein dunkles Loch im Felsen.

Maria bekam einen fürchterlichen Schreck. Jemand hat Jesus weggenommen!, dachte sie. Sie drehte sich um und rannte. Sie rannte, so schnell sie konnte, zurück in die Stadt, zu Petrus und Johannes.

„Sie haben Jesus aus dem Grab genommen!“, keuchte sie. „Und wir wissen nicht, wo sie ihn hingebracht haben!“

Szene 3: Petrus und Johannes rennen um die Wette durch den Garten zum Grab, Johannes ist vorne.

Petrus und Johannes sprangen auf. Sie rannten los. Johannes war jünger und schneller, er war zuerst da. Er bückte sich und schaute ins Grab hinein. Dann kam Petrus, ganz außer Atem, und ging gleich hinein.

Das Grab war leer.

Szene 4: Im leeren Felsengrab liegen nur die weißen Tücher ordentlich da, Petrus und Johannes schauen staunend hinein.

Da lagen nur die weißen Tücher. Ordentlich. Und das Tuch, das um Jesus' Kopf gewickelt gewesen war, lag extra, sauber zusammengefaltet.

Petrus und Johannes schauten sich an. Sie verstanden nicht, was das bedeutete. Und sie gingen wieder nach Hause.

Aber Maria blieb.

Sie stand vor dem Grab und weinte. Sie weinte so sehr, dass sie kaum etwas sehen konnte.

Szene 5: Zwei Engel in weißen Kleidern sitzen freundlich im hellen Grab, Maria aus Magdala schaut mit Tränen herein.

Dann bückte sie sich und schaute noch einmal ins Grab. Und da saßen zwei Engel in weißen Kleidern. Genau da, wo Jesus gelegen hatte.

„Warum weinst du?“, fragten die Engel.

„Weil sie meinen Herrn weggenommen haben“, schluchzte Maria. „Und ich weiß nicht, wo er ist.“

Sie drehte sich um. Da stand ein Mann im Garten. Durch ihre Tränen sah sie ihn nur verschwommen. Das ist bestimmt der Gärtner, dachte sie.

„Warum weinst du?“, fragte der Mann. „Wen suchst du?“

„Wenn du ihn weggetragen hast“, sagte Maria, „dann sag mir bitte, wohin.“

Da sagte der Mann nur ein einziges Wort. Er sagte ihren Namen.

„Maria.“

Und Maria erkannte die Stimme. Diese Stimme hätte sie unter tausend Stimmen erkannt.

Sie wirbelte herum. Sie wischte sich die Tränen aus den Augen. Und da stand er.

Jesus.

Er lebte! Er stand vor ihr im Morgenlicht, und hinter ihm ging gerade die Sonne auf und machte den ganzen Garten golden.

„Rabbuni!“, rief Maria. Das heißt: „Mein Meister!“

Szene 6: Maria aus Magdala rennt voller Freude durch die goldene Morgensonne zu den Freunden und breitet die Arme aus.

Und dann rannte sie. Wieder. Aber diesmal nicht vor Angst. Diesmal vor lauter Freude. Sie rannte zu den Freunden, sie platzte in das Zimmer und rief, so laut sie konnte:

„Ich habe Jesus gesehen! Er lebt! Er lebt!“

Das war der erste Ostermorgen. Die Freunde hatten gedacht, alles ist aus. Aber Gott hat Jesus auferweckt. Gott ist stärker als der Tod. Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht.

Bibelvers

„Ich habe den Herrn gesehen!“

nach Johannes 20,18

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Maria Jesus erst nicht erkannt?
  2. Frage 2: Wie hat es sich angefühlt, als Jesus ihren Namen gesagt hat?
  3. Frage 3: Woran erinnert dich Ostern? Was feiern wir da?

Gebet

Lieber Gott,
Jesus lebt!
Du bist stärker als alles, sogar stärker als der Tod.
Halleluja!
Amen.

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