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Jesus unterwegs · Neues Testament

Zachäus auf dem Baum

Lukas 19,1–10 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott hat jeden lieb, so wie er ist

Geschichte

Szene 1: Der kleine Zachäus in feinem Mantel sitzt am Stadttor an einem Tisch und nimmt Münzen von Leuten, die ihn ärgerlich ansehen.

In der Stadt Jericho wohnte ein Mann, der hieß Zachäus. Er hatte ein großes Haus mit Teppichen und silbernen Bechern, und er trug einen feinen Mantel mit einer bunten Borte. Zachäus war sehr reich. Und er war sehr klein. Wenn viele Leute beisammenstanden, sah er nur Rücken und Ellenbogen.

Zachäus war Zöllner. Er saß am Stadttor, und jeder, der hindurchwollte, musste bei ihm Geld bezahlen. Aber Zachäus verlangte mehr, als er durfte. Viel mehr. Was übrig blieb, steckte er in die eigene Tasche.

Die Leute in Jericho wussten das. Darum mochte ihn niemand. Keiner sagte „Guten Morgen, Zachäus“. Keiner kam ihn besuchen. Wenn er über den Markt ging, drehten sich alle weg. Abends saß er in seinem schönen Haus zwischen all den Bechern und Teppichen und war ganz allein.

Eines Tages lief es wie ein Feuer durch die Stadt: „Jesus kommt! Heute noch!“

„Den möchte ich sehen“, dachte Zachäus. Er wusste selbst nicht genau, warum. Aber er rannte los.

Szene 2: Zachäus hüpft hinter einer dichten Menschenmenge am Straßenrand und kann nichts sehen.

An der Straße standen die Menschen schon dicht an dicht. Zachäus stellte sich auf die Zehenspitzen. Er hüpfte. Er versuchte, sich durchzuzwängen. Aber für ihn machte niemand Platz.

Da entdeckte er ein Stück weiter vorn einen Maulbeerfeigenbaum mit dicken, knorrigen Ästen und großen Blättern.

Szene 3: Zachäus klettert mit hochgerafftem Mantel in einen Maulbeerfeigenbaum mit großen Blättern.

Zachäus lief hin. Er raffte seinen feinen Mantel hoch und kletterte hinauf wie ein Eichhörnchen. Die Rinde kratzte an seinen Händen, einmal rutschte er beinahe ab. Dann saß er oben auf einem Ast, gut versteckt zwischen den Blättern, und konnte alles sehen.

Und da kam Jesus die Straße entlang, mitten zwischen den vielen Leuten. Zachäus beugte sich vor.

Szene 4: Jesus steht unter dem Baum und schaut lächelnd zu Zachäus hinauf, der sich oben an einen Ast klammert.

Genau unter dem Baum blieb Jesus stehen. Er schaute nach oben, durch die Blätter hindurch, Zachäus direkt ins Gesicht.

„Zachäus!“, rief er. „Komm schnell herunter! Heute will ich bei dir zu Gast sein.“

Zachäus wäre vor Schreck fast vom Ast gefallen. Jesus kannte seinen Namen! Und er wollte zu ihm? Zu ihm, zu dem sonst nie jemand kam?

Er rutschte den Stamm hinunter, so schnell er konnte. Mit zerkratzten Händen und Blättern im Haar stand er vor Jesus und strahlte.

Szene 5: Jesus und Zachäus gehen nebeneinander durch die Straße; die Leute dahinter stecken murrend die Köpfe zusammen.

Die Leute aber murrten. „Zu dem geht er? Zu diesem Betrüger? Den kann doch keiner leiden!“

Jesus ging trotzdem mit. Er ging neben Zachäus her, als wären sie alte Freunde.

Szene 6: In seinem Haus steht Zachäus am gedeckten Tisch auf und breitet freudig die Arme aus; Jesus sitzt lächelnd am Tisch.

Im Haus deckte Zachäus den Tisch mit allem, was er hatte: Brot und Fisch, Trauben und Feigen. Seine Hände zitterten vor Freude. Sie setzten sich und aßen zusammen. Jesus hörte ihm zu. Er schimpfte nicht. Er war einfach da.

Und während sie so saßen, wurde es Zachäus warm ums Herz. So warm wie schon lange nicht mehr. Er sah sich in seinem Zimmer um, sah die silbernen Becher und die Truhen voller Geld. Auf einmal waren sie ihm gar nicht mehr wichtig.

Zachäus stand auf. „Jesus“, sagte er, „die Hälfte von allem, was ich habe, schenke ich den Armen. Und wem ich zu viel abgenommen habe, dem gebe ich es zurück. Viermal so viel!“

Da freute sich Jesus von Herzen. „Heute ist ein Glückstag für dieses Haus“, sagte er. „Dafür bin ich gekommen: um die zu suchen, die verloren sind.“

Von diesem Tag an war Zachäus ein anderer Mann.

Aber weißt du, was das Schönste ist? Jesus hatte Zachäus schon lieb, als der noch oben im Baum saß. Schon vorher, als er noch am Zoll betrog. Gott hat jeden lieb, so wie er ist. Und gerade das hat Zachäus verändert.

Bibelvers

„Zachäus, komm schnell herunter! Heute will ich bei dir zu Gast sein.“

nach Lukas 19,5

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum ist Zachäus auf den Baum geklettert?
  2. Frage 2: Wie hat sich Zachäus gefühlt, als Jesus seinen Namen gerufen hat?
  3. Frage 3: Warum wollte Zachäus auf einmal alles zurückgeben?

Gebet

Lieber Gott,
Jesus hat Zachäus lieb gehabt,
obwohl keiner ihn mochte.
Danke, dass du mich lieb hast, so wie ich bin.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Zachäus auf dem Baum“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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